Wer sucht sie nicht – die Ruhe und Abgeschiedenheit. Die Ursprünglichkeit. Das Gefühl, der erste zu sein, der diesen erstaunlichen Ort besucht? Naja, oder zumindest einer von wenigen. Was man ja in den meisten Fällen vermeiden möchte, ist doch, mit anderen unbekannten Menschen, den tollen Ausblick teilen zu müssen. Meistens reden die noch in einem furchtbaren Akzent, sind im Hintergrund des Selfies zu sehen oder eben ganz allgemein verhaltensauffällig. Immerhin scheint es doch genügend Menschen zu geben, die nicht verstehen, dass der Wald ein Ort der Ruhe und Erholung sein kann. Vorausgesetzt man verhält sich still und respektvoll der Natur gegenüber.

Zurück zum Anfang: Wir wollen Ruhe und Abgeschiedenheit. Auf viel belaufenen und stark beworbenen Wegen scheint dies doch etwas unwahrscheinlicher umsetzbar als auf unbekannten Pfaden, nicht wahr? Daher gehen wir abseits des Rennsteigs auf Entdeckungstour. Dieses Mal geht es zur „Eisernen Hand“. Wir fragen uns im Vorfeld: Was erwartet uns da wohl? Ist die „Hand“ groß, ist sie wirklich aus Eisen, wie groß ist sie wohl und kann man sich reinsetzen, kann man gute Fotos machen?

Am Tag unserer Wanderung ist es etwas regnerisch. Aber wie heißt es doch so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Also ordentlich anziehen, raus und machen! Los geht’s ab dem Hotel: Hand in Hand die „Himmelsleiter“ hinauf, an der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Waldhaus“ vorbei und dann immer geradeaus. Nach den ersten Kilometern sieht und hört man tatsächlich keine Menschenseele mehr. Gut für uns, denn wir mögen die Stille. Die Wege sind einfach zu laufen und größtenteils auch gut ausgeschildert. Das Höhenprofil ist relativ ausgeglichen. Der Wald steht friedlich rechts und links der Pfade, dicht bewachsen. Wir fühlen uns wohl und gut aufgehoben. Insgesamt misst unsere Strecke ca. 14,5 Kilometer. Das schafft man locker ohne Proviant. Wer noch weiter gehen möchte, sollte sich eventuell ein Lunchpaket mitnehmen, denn die Abgeschiedenheit bringt es mit sich, dass es keine Ausflugsgaststätten am Wegesrand gibt. Ein Picknick im Wald ist ja aber sowieso viel romantischer.

Nach circa 10 Kilometern des Rundwegs erreichen wir den Ort Fischbach. Wir staunen über die Länge des Dörfchens. Man sieht zwar viele Häuser, aber kaum Menschen. Dafür einen schön gestalteten Dorfplatz, den ein Brunnen mit einem wasserspeienden Fisch ziert. Drei Ziegen verabschieden uns, als wir wieder in Richtung Schleusingen aufbrechen. Über die Fischbacher Straße kommen wir am „alten“ Sportplatz vorbei, weiter über die Bahngleise, links in Richtung „Langer Teich“ geht es dann frisch erholt zum Hotel zurück.

Unser Fazit: 3 Stunden Wald können wie 3 Tage Urlaub sein. Die „Eiserne Hand“ ist zwar relativ unspektakulär (man konnte sich nicht reinsetzen), die Wanderung auf einsamen Wegen hat uns dennoch sehr gut gefallen. Oftmals ist eben der Weg das Ziel. In diesem Sinne wünschen wir allen Nachmachern viel Vergnügen und Erholung. Hinterlasst uns gerne euer Feedback!

Die Wanderung könnt ihr hier downloaden. Die Strecke ist übrigens auch zum Joggen geeignet.

Bis bald, eure Jasmin & Sebastian

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